Mediziner am Pranger

Mediziner am Pranger

Für Patienten ist es nicht schön, wenn sie erfahren müssen, dass ihr Arzt tatsächlich käuflich ist und die Verschreibung von Medikamenten dementsprechend ausfällt. Es ist jedoch genauso unschön, wenn sich Ärzte den Vorwurf der Käuflichkeit gefallen lassen müssen, obwohl der Nachweis hierfür fehlt. Insbesondere dann, wenn dieser für alle Öffentlichkeit zugänglich über das Internet erfolgt. Auf diese Weise kann er sich nämlich wie ein Lauffeuer verbreiten, dem nur schwer entgegenzutreten ist. Diffamierungen dieser Art gehören daher schnellstens unterbunden.

Hinter der herausgegebenen Information muss nicht einmal böse Absicht stecken, sie kann durchaus das öffentliche Interesse im Blickfeld haben. So hatte „Spiegel-online“ Informationen von der Pharmaindustrie erhalten und diese kürzlich in Form einer Datenbank mit Suchmaske veröffentlicht. Damit können die Namen bestimmter Ärzte nebst Geldbeträgen, die diese von der Pharmaindustrie erhalten haben, aufgerufen werden. Dabei wird auch auf die Zweifelhaftigkeit der Qualität einiger Daten hingewiesen. Ein solcher Hinweis kann aber ganz schnell überlesen werden, vor allem wenn Leute nur auf die Namen und die Geldbeträge in der Liste starren. Dem eigentlichen Ziel läuft dies dann zuwider.

Hierdurch können nämlich unbeabsichtigt Assoziationen geweckt werden. Und zwar folgende: Die Ärzte haben Gelder von der Pharmaindustrie erhalten, also sind sie auch in jedem Fall käuflich. Es braucht lediglich Leser, die ihnen bekannte Namen sehen, gleich die Käuflichkeit annehmen und dies dann weitertragen. Der gute Ruf des entsprechenden Arztes kann so sehr schnell ruiniert werden.

Weiteres Vorgehen

Falsche Daten, die zu diffamierenden Anschuldigungen führen, gehören daher umgehend gelöscht oder zumindest korrigiert. Darüber hinaus geht es aber auch um Schadensbegrenzung und die Wiederherstellung des guten Rufes. Die Tatsache, dass nur einzelne Mediziner in der Liste geführt werden ist auch nicht unbedeutend. Selbst wenn Patienten nicht gleich vom Schlimmsten ausgehen, besteht dennoch die nicht unerhebliche Gefahr, dass sie eher einen Arzt aufsuchen werden, der nicht auf der Liste steht. Den nicht genannten Medizinern obliegt daher ein Wettbewerbsvorteil. Überhöhte Zahlungsangaben in der Datenbank könnten außerdem Steuernachzahlungen nach sich ziehen, die es auszumerzen gelte. Zusätzlich kann betroffenen Ärzten bei erlittener Ehrverletzung eine Geldentschädigung zustehen. Haben Sie Ihren Namen in der Datenbank vorgefunden? Zögern Sie nicht uns zu kontaktieren. Wir informieren Sie unverbindlich und kostenfrei über Ihre rechtlichen Möglichkeiten. Schreiben Sie uns:

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